Antibiotika

häufige Verschreibung von Antibiotika weisen auf einen primären Immundefekt hin

Manchen PID-Patienten, die schon eine lange Historie an bakteriellen Infektionen vorweisen, wird der Arzt möglicherweise eine Antibiotika-Prophylaxe verschreiben. Im Gegensatz zu Antibiotika, die zur Behandlung von Infektionen verabreicht werden, dienen prophylaktische, also vorbeugend gegebene Antibiotika dazu, eine Infektion zu verhindern. Diese werden normalerweise in geringen Dosen verabreicht.1

Quellennachweis:
1. Blaese RM, Bonilla FA, Stiehm ER, Younger ME, eds. Patient & Family Handbook for Primary Immunodeficiency Diseases. 5th ed. Towson, MD:Immune Deficiency Foundation;2013.

Stammzellentransplantation

Stammzellentransplantation bei Immundefektpatienten

Aus den blutbildenden Stammzellen werden verschiedene Arten von Blut- und Immunzellen gebildet. Bei den schwersten Formen des primären Immundefekts kann eine Stammzellentransplantation eine wirksame Behandlungsoption sein. Dabei werden dem PID-Patienten die Stammzellen einer anderen Person verabreicht. Dabei handelt es sich nicht um einen chirurgischen Eingriff. Das Verfahren ähnelt vielmehr einer Bluttransfusion bei der in eine Vene (intravenös) z. Bsp. rote Blutzellen (Erythrozyten) verabreicht werden.1

Traditionell wird eine Stammzellentransplantation durch eine Knochenmarktransplantation durchgeführt, indem die blutbildenden Stammzellen aus dem Knochenmark einer anderen Person gewonnen und dem PID-Patienten verabreicht (transfundiert) werden. Mittlerweile können blutbildende Stammzellen auch aus dem Blut eines Spenders oder dem Blut der Nabelschnur gewonnen werden. Dieses Blut dient als Quelle für Immun- und Blutzellen.1

Quellennachweis:
1. Blaese RM, Bonilla FA, Stiehm ER, Younger ME, eds. Patient & Family Handbook for Primary Immunodeficiency Diseases. 5th ed. Towson, MD:Immune Deficiency Foundation;2013.

Gentherapie

Gentherapie bei Immundefekten

Die meisten primären Immundefekte werden durch Veränderungen (Mutationen) in bestimmten Genen verursacht. Bei der Gentherapie werden eigene Stammzellen des Patienten verwendet, denen eine intakte Kopie des betroffenen Gens hinzugefügt wird, um so die vorliegende Genmutation zu reparieren. Dies ist eventuell eine Option bei Patienten mit bestimmten Formen des primären Immundefekts, für die kein passender Stammzellspender gefunden werden kann. Derzeit befindet sich die Gentherapie jedoch im Versuchsstadium und wird noch nicht routinemäßig eingesetzt.1

Quellennachweis:
1. Blaese RM, Bonilla FA, Stiehm ER, Younger ME, eds. Patient & Family Handbook for Primary Immunodeficiency Diseases. 5th ed. Towson, MD:Immune Deficiency Foundation;2013.