IgG-Subklassen-Mangel

Definition

Es gibt fünf Klassen von Immunglobulinen (Ig): IgG, IgA, IgM, IgD und IgE. Immunglobuline (Antikörper), bekämpfen Infektionen. Die meisten Antikörper, die sich im Blut bzw. in anderen Körperflüssigkeiten befinden, gehören zur IgG-Klasse. IgG- wiederum ist unterteilt in vier Subklassen: IgG1, IgG2, IgG3 und IgG4. Man spricht von einem IgG-Subklassen-Mangel, wenn eine oder zwei IgG-Subklassen überhaupt nicht oder in nur sehr geringen Mengen vorliegen. Dabei liegen die Konzentrationen der anderen Immunglobuline im Normalbereich.1

Zwar besitzt jede IgG-Subklasse Antikörper, aber die Antikörper jeder Subklasse reagieren jeweils unterschiedlich und spielen eine etwas andere Rolle beim Infektionsschutz. Dies bedeutet, dass der Mangel an einer bestimmten IgG-Subklasse bei einer Person die Anfälligkeit für bestimmte Infektionen erhöht, für andere hingegen nicht. So enthalten die Subklassen IgG1 und IgG3 viele Antikörper gegen Giftstoffe (Toxine), welche von Bakterien produziert werden (z.B. Diphtherie- und Tetanus-Bakterien), sowie gegen Viren. IgG2-Antikörper wiederum wirken hauptsächlich gegen Streptokokken (Streptococcus pneumoniae) und das Bakterium „Haemophilus influenzae“, welches viele unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen kann.1

Das im Blut zirkulierende IgG setzt sich aus 60 – 70 % IgG1, 20 – 30 % IgG2, 5 – 8 % IgG3 und 1 – 3 % IgG4 zusammen. Mit zunehmendem Alter verändert sich die Menge der verschiedenen IgG-Subklassen in der Blutbahn. Vor allem bei der Testung auf abnormale Subklassen–Spiegel bei Kindern muss diese Tatsache in Betracht gezogen werden. . Abnormalität bedeutet, dass die IgG-Subklasse entweder in zu geringer Menge vorhanden oder nicht in der Lage ist, einen bestimmten Antikörper zu produzieren.1

Symptome

Wiederkehrende Infekte der Ohren, Nasennebenhöhlen, Bronchien und der Lunge sind die häufigsten Erkrankungen bei Patienten mit IgG-Subklassen-Mangel. Sowohl das männliche als auch das weibliche Geschlecht können betroffen sein. Bei manchen Menschen kommt es schon in jungen Jahren vermehrt zu Infektionen, bei anderen hingegen erst später im Leben. Bei Kindern mit IgG-Subklassen-Mangel ist es oft so, dass der Arzt wegen häufiger Ohrenzündungen Verdacht schöpft. Mit zunehmendem Alter des Kindes kann es dann wiederholt zu Nasennebenhöhlenentzündungen, Bronchitis und/oder Lungenentzündung kommen. Diese können einen chronischen Verlauf nehmen.1

Bei Kindern ist der IgG2-Subklassen-Mangel am häufigsten, bei Erwachsenen hingegen der IgG3-Subklassen-Mangel. Ein IgG4-Mangel tritt häufig in Kombination mit einem IgG2-Mangel auf.1

Diagnose und Behandlung

Ein selektiver IgG-Subklassen-Mangel wird angenommen, wenn die Konzentration einer oder mehrerer IgG-Subklassen im Blut unter dem für das entsprechende Alter geltenden Normalbereich liegt. Die anderen Immunglobuline (Gesamt-IgG, IgA und IgM) liegen hingegen in normaler oder annähernd normaler Konzentration vor.1

Es kann vorkommen, dass eine oder mehrere IgG-Subklassen überhaupt nicht oder nur in sehr geringen Mengen vorliegen, gleichzeitig aber die Konzentration des Gesamt-IgG normal ist. So muss für eine genaue Diagnosestellung, neben den Konzentrationen von IgG, IgA und IgM, auch die der IgG-Subklassen im Blutserum gemessen werden.1

Dabei wird immer berücksichtigt, dass die Definition „normaler“ IgG-Subklassen-Konzentrationen abhängig vom Lebensalter ist. Zusätzlich können die Werte von Labor zu Labor schwanken. Unter Normalwerten versteht man für gewöhnlich einen kleinen Bereich unterhalb bis oberhalb der für das betreffende Alter der Person geltenden Durchschnittswerte. Eine weitere Untergruppe von Patienten weist normale Immunglobulin-Spiegel und normale Werte der IgG-Subklassen auf. Trotzdem sind sie nicht in der Lage, bei einer Infektion mit Streptococcus pneumoniae oder einer Impfung gegen diese Bakterien schützende Antikörper zu produzieren. Bei den Betroffenen geht man von einem spezifischen Antikörpermangel aus; sie werden meist in einer Gruppe mit Patienten mit IgG-Subklassen-Mangel zusammengefasst.1

Ihr Arzt wird entscheiden, welche Behandlung individuell für Sie die richtige ist und auf welche spezifischen gesundheitsrelevanten Anforderungen bei Ihnen zu achten ist.1